Das Drama um "Exersice Tiger"

Im Rahmen der Übungen für die anstehende Invasion wurden vor der Küste Devons in England immer wieder Landungsmanöver unter den Namen Exercise- Atlantic, Punch, Bumper, Duck und Fabius geprobt. Unter dem Codenamen "Exersice Tiger" sollte am 27. April 1944 ebenfalls eine Übung an der Küste mit dem Namen Slapton Sands stattfinden.

exercise tiger

An dieser Bucht wurden immer wieder Übungen durchgeführt da der Strandabschnitt sehr den Landungsstränden in der Normandie entsprach. In der der Nacht zum 28. April 1944 versammelte sich die Flotte die an der Übung teilnehmen sollte vor der Küste Englands um am nächsten Morgen die Übung anlaufen zu lassen. Die Flotte bestand aus etwa 30.000 Männern und 300 Schiffen und galt neben der Übung Exercise Fabius als Generalprobe für den D-Day. Jedoch wurde die Flotte nur von einer britischen Korvette begleitet die für die Sicherheit des Konvois sorgen sollte. Ein weiterer Zerstörer der den Konvoi begleiten sollte lag wegen Wartungsarbeiten in England. Hingegen den Warnungen das deutsche Schnellboote im Küstenbereich gesichtet wurden ließ man die Flotte weiter in das Zielgebiet fahren und beachtete die Warnungen nicht weiter. Um 2:00Uhr nachts wurde der Konvoi dann von deutschen Schnell- und Torpedobooten der 5. und 9. Schnellbootflotille im Schutz der Dunkelheit angegriffen. Der Konvoi und die Soldaten an Bord der Schiffe waren den Angriffen völlig schutzlos ausgeliefert. So verloren die Alliierten bei diesem Angriff die 3 schwere LST's (schwere Landungsschiffe) 507, 531 und 289. Wobei LCT 289 schwer beschädigt in den Hafen von Dartmouth zurückkehren konnte. Ca. 750 Soldaten und Seeleute waren vermisst oder gefallen. Ca. weitere 90 Soldaten wurden bei dem Angriff verwundet. Die HMS Odient konnte bei ihren Bergungsarbeiten nur 9 Überlebende aus dem Wasser ziehen. Teilweise mussten tote Soldaten im Meer zurückgelassen werden da kein Platz mehr für die gefallenen Soldaten an Bord gewesen sein soll. Trotz diesem Angriff auf eine so große Landungsflotte die sich zu Übungszwecken vor der Küste aufhielt blieb die kommende Invasion weiterhin von den Deutschen unbemerkt. Von den Alliierten wurde der Vorfall erst nach dem 6. Juni bekannt gegeben was ebenfalls den Grund hatte die Invasion weiterhin geheim zu halten. Für den erfolgreichen Angriff auf Exersice Tiger erhielt der deutsche Kapitän R. Petersen die Eichenblätter zu seinem schon verliehenen Eisernen Kreuz. Das Drama bei Slapton Sands kostete mehr alliierten Soldaten das Leben als später an den Landungsstränden bei Utah Beach.