Der Mulberry-Hafen

Die alliierten Streitkräfte benötigten dringend in den ersten Tagen der Invasion einen Hafen zur Versorgung ihrer Truppen im Invasionsgebiet. Die Verbände mussten mit großen Mengen an Material, Nachschub arromanchesund Ausrüstung versorgt werden. Wie sich jedoch schon bei der Landung bei Dieppe gezeigt hatte waren die Häfen durch die Deutschen schwer befestigt worden. Eine Einnahme von Seeseite war daher nur unter hohen Opfern möglich die die alliierte Führung nicht eingehen wollte. Bis zur Einnahme eines an der Küste der Normandie liegenden Hafens musste daher eine Lösung gefunden werden um die Verbände nach der Landung versorgen zu können. Als Lösung wurde daher der künstliche Hafen mit dem Namen Mulberry geschaffen. Der Codename dafür lautete "Phoenix". Der Hafen bestand aud riesigen Betonkästen die eine Größe von 60x17 Metern hatten. Insgesamt wurden 213 dieser Kästen gebaut von denen jeder ca. 6000 Tonnen wog. Zusätzlich wurden noch 60 sogenannte "Gooseberrys" gebaut, die als Wellenbrecher dienen sollten und vor dem Hafen im Meer platziert werden sollten. Ca. 25.000 Arbeiter bauten die Anlagen in England. Die Segmente des Hafens sollten unmittelbar nach der Landung mit ca. 6 Km/h von England nach Frankreich über den Ärmelkanal gezogen werden und anschließend im Meer befestigt werden. 2 Dieser künstlichen Hafenanlagen wurden gebaut und sollten vor Vierville-sur-Mer am Omaha Beach (Mulberry A), und Arromanches am Gold Beach (Mulberry B) verankert werden. Das ganze Vorhaben gelang und gilt bis heute als Meisterleistung. Der Mulbbery-Hafen vor Vierville-sur-Mer wird durch einen Sturm am 19. Juni zerstört, so dass der Materialverkehr auf Arromanches konzentriert werden musste. Am 12. Juni sind an den Hafenanlagen bereits 300.000 Männer, 54.000 Fahrzeuge und fast 104.000 Tonnen Material an Land gegangen. Nach hundert Tagen sollten es 2,5 Millionen Soldaten, 500.000 Fahrzeuge und 4 Millionen Tonnen Ausrüstung sein. Bis zu der Einnahme von Cherbourg sollte die Mulberrys wichtigster Nachschubstandort für die Alliierten in der Normandie sein. Noch heute kann man die Überreste der Hafenanlage vor Arromanches erkennen und lassen andeuten welche Ausmaße die Anlage gehabt haben muss.