Brouay

Brouay ist eine kleine Ortschaft die sich nur wenige Kilometer süd-westlich von Bayeux befindet. Durch die Ortschaft zieht sich die Bahnlinie Bayeux-bayerleinCaen. In den Tagen um den 8. Juni 1944 sollte es nahe der Ortschaft und in den umliegenden Dörfern zu schweren Kämpfen zwischen alliierten und deutschen Verbänden kommen. Noch am Tage der Invasion gelang den Kanadiern ein schneller Vorstoß in das Hinterland der Invasionsküste, und so erreichten bereits am 7. Juni kanadische Verbände die Ortschaft Brouay. Es sollte zu Gefechten zwischen den Kanadiern und Teilen der 12. SS-Panzer-Division kommen. Die Lage war für die deutschen wie auch für die alliierten Verbände war völlig unübersichtlich in der Ortschaft und der anliegenden Bahnlinie. Zu dieser Zeit setzte sich auch die Panzerlehrdivision (Generalleutnant Fritz Bayerlein, siehe Bild links) aus ihrem Bereitstellungsraum bei Chartres in Marsch um den Alliierten Vormarsch an den Küsten zu stoppen. Durch Jabo-Angriffe und einem Marschweg von fast ca. 230 Kilometern war die Division nicht vor dem 8. Juni 1944 angriffsbereit. Und so erreichte erst am 8. Juni 1944 das II./Panzergrenadier-Lehr-Regiment 902 der Panzerlehrdivision die Ortschaft Brouay und die Bahnlinie Bayeux-Caen um in die Kampfhandlungen einzugreifen. Die Kampfhandlungen in Brouay gehörten neben den Gefechten bei Ellon zu den ersten Gefechten der Panzerlehrdivision in der Normandie. In der Ortschaft sollte es zu heftigen Kämpfen kommen. In Brouay gelang es dem 902. Regiment die Angriffe der Kanadier auf die Bahnlinie zu vereiteln und vorerst die Bahnlinie zu halten. Im Schloßpark richtete Regimentskommandeur Oberst Gutmann seinen Gefechtsstab ein um die Angriffe zu koordinieren. Schnell sollte das Regiment 902 in schwere Abwehrkämpfe verwickelt werden. In Folge der Abwehrkämpfe gelang es kanadischen Panzern in den Schloßpark einzudringen und dort die Fahrzeuge und den deutschen Regimentsgefechtsstand unter Feuer zu nehmen und setzte Oberst Gutmann außer Gefecht. Schwere Schiffsartillerie verwüstete den Gefechsstand und den Schloßpark dann völlig. Um eine Einnahme der Alliierten zu verhindern rückte das III./SS-Panzergrenadierregiment noch während der Kämpfe auf Brouay vor. Das III./SS-Panzergrenadierregiment 26, das wenig später den Schloßpark wieder eroberte fand nur noch die Reste des Gefechtsstand von Oberst Gutmann vor. Noch in der Nacht vom 8. auf den 9. Juni 1944 gerieten die deutschen Verbände dann erneut unter schweres Artilleriefeuer und musste schwere Verluste hinnehmen. Das anhaltende Artilleriefeuer zwang die Deutschen die Ortschaft aufzugeben und zu räumen. Brouay wurde dann am 10./11. Juni 1944 endgültig durch Teile des Canadian Scottish Regiment, den Cameron Highlanders und Panzern der 1st Hussars befreit. Heute befindet sich in der Ortschaft einer der zahlreichen britischen Soldatenfriedhöfen der Normandie. Auf dem Friedhof liegen 375 britische Soldaten und 2 kanadische Soldaten beerdigt die ihr Leben während den schweren Kämpfen mit der 12. SS-Panzerdivision und der Panzerlehrdivision verloren. Der Friedhof befindet sich im Ortskern nahe der Kirche an einem Hang gelegen. Über eine schmale Treppe die sich hinter der Kirche befindet erreicht der Besucher das Gräberfeld. 

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Bild1, 2, und 3: Der Soldatenfriedhof / Bild4: Hinweisschild in Brouay / Bild5 und 6: Die Kirche und der Friedhof / Bild7 und 8: Der Friedhof von Brouay.