Die Organisation Todt

Die Organisation Todt war eine nach militärischem Vorbild organisierte Bautruppe, die den Namen ihres Führers Fritz Todt trug. Die Organisation wurde 1938 gegründet und be stand bis Kriegsende 1945. Fritz Todt kam bei einem Flugzeugabsturz im Februar 1942 ums Leben, ab 1942 stand die Organisation dann unter der Führung von A. Speer. Die Organisation wurde vor allem für Baumaßnahmen in den von Deutschland besetzten Gebieten organisationtodteingesetzt. Bekannt wurde sie durch den Ausbau des Westwalls, den Bau der U-Bootstützpunkte an der französischen Küste sowie des Atlantikwalls, auch im Raum der Normandie. Ab 1943 baute die Organisation die Abschussrampen der V1- bzw. V2-Raketen. Anfangs bestand die Organisation aus freiwilligen Helfern, unter dem zunehmenden Arbeitermangel wurden jedoch ab 1943/44 immer mehr Zwangsarbeiter herangezogen. Im Rahmen der bevorstehenden Invasion spielte die Organisation Todt eine wichtige Rolle im Bau der Verteidigungsanlagen des Atlantikwalls. Nach den Angriffen vor Dieppe erließ Hitler den Ausbau und die Verstärkung des Atlantikwalls. So wurde die Organisation ab dem Jahr 1942 damit beauftragt die Anlagen des ca. 2700 Kilometer langen Walls um ca. 15.000 Bunker unter ihrer Leitung zu verstärken. Der Atlantikwall zog sich von den Grenzen Spaniens bis weit nach Norwegen. Die Bauwerker der Organisation Todt sollten wie eine Perlenkette hintereinander gereiht entlang der Strände liegen und eine mögliche Invasion an jeder Stelle vereiteln können. Die Anlagen sollten kombiniert aus Küstenbatterien und Infanteriestellungen einen wirksamen Abwehrgürtel bilden. Während des Hochlaufs der Arbeiten am Atlantikwall arbeiteten fast 260.000 Menschen an den Bauprojekten unter der Leitung der Organisation Todt. Allerdings waren todt 33nur etwa 25.000 Deutsche unter den Arbeitern. Die Bautrupps setzten sich aus Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen zusammen. Die Arbeiter mussten durch die Organisation Todt unter unwürdigen und qualvollen Bedingungen ihre Arbeit ausführen. Nach dem Krieg wurden mehrere Kriegsverbrechen die durch die Organisation begangen wurden verurteilt und einige der Täter zur Rechenschaft gezogen. Jedoch wurden auch Resistancekämpfer in die Bautruppen geschleust, und so wurden, auch im Bereich des Invasionsgebietes, Mischungsverhältnisse bei Beton und Bunkerbauten nicht korrekt eingehalten, so dass die Anlagen nicht die nötige Widerstandskraft besaßen. Ausserdem konnten die Kämpfer der Resistance in Frankreich durch die Mitarbeit genaue Angaben und Standorte über die Bunkeranlagen machen was für die Alliierten von höchster Wichtigkeit war. Jedoch herrschte im Invasionsgebiet Material und Arbeitermangel da die deutsche Führung den Schwerpunkt der Baumaßnahmen an den Pas-de-Calais legte. So konnte die Organisation Todt im Invasionsgebiet nur etwa die Hälfte der geforderten Anlagen bis zum Zeitpunkt der Invasion fertig stellen. Im gesamten Bauprogramm am Atlantikwall wurden schätzungsweise fast 18 Mio. Kubiktonnen Stahlbeton durch die Arbeiter verbaut. Die Organisation schaffte es fast 13.000 der geforderten 15.000 Bunker zu errichten, 5.000.000 Strandhindernisse zu bauen und 6,5Mio. Minen zu verlegen. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde die Organisation später dazu eingesetzt um Bombenschäden zu reparieren oder unterirdischen Fabriken zum Schutz gegen feindliche Bombenangriffe in Deutschland zu errichten.