Die deutschen Kräfte

Für die Verteidigung des Atlantikwalls standen der Führung ca. 60 Divisionen zur Verfügung. Die Divisonen waren allerdings nur teilweise voll atlantikwall einsetzbar, so kam es das Teile der Divisionen noch im Aufbau standen oder andere Divisionen nicht motorisiert waren und dadurch nur langsam oder nur bedingt verlegbar waren. In der Normandie war ein Großteil der vorhandenen Kräfte am Pas-de-Calais bis Holland stationiert, in dem Glauben die Invasion würde dort stattfinden. Hinzu kam das immer mehr Truppenteile an die Ostfront abgezogen wurden, noch am 4. Juni wurden motorisierte Verbände aus dem Raum Orleans abgezogen die bei der Invasion am 6. Juni hilfreich gewesen sein könnten. In der Normandie war die 7. Armee unter General Dollmann aufgestellt worden. Sie setzte sich im Invasionsgebiet rund um die Landungsstrände zum Zeitpunkt der Invasion nur aus drei Panzerdivisionen zusammen. Von diesen drei Panzerdivisionen war allerdings nur die 21. Panzerdivision im Raum Caen in unmittelbarer Küstennähe stationiert. Die anderen beiden , z.B. die 12.SS-Panzerdivision "Hitlerjugend" war fast 130 Kilometer von der Küste entfernt bei Evreux stationiert worden. Zusätzlich waren im Bereich der Küste sechs Infanteriedivisionen im Rahmen der 7. Armee (243.Inf-Div., 709.Inf-Div, 91.Inf-Div., 352.Inf.-Div., 716.Inf.-Div. und die 711.Inf-Div.) stationiert worden. Die 243.Inf.Div. und die 709.Inf.Div. waren nördlich der Contentin-Halbinsel rund um Cherbourg aufgestellt worden. Die 91.Inf.Div. lag bei Carentan und die 352.Inf.Div. und die 716.Inf.Div. lagen im Gebiet zwischen Vire und Orne. Die 352.Inf.Div bildete mit den stärksten Teil der Einheiten an der Invasionsküste. Hinzu kamen noch zahlreiche Panzer-, Artillerie- und Ostbataillone. Durch den hohen Personalmangel im Westen kam es bei der Zusammensetzung dieser Truppen teilweise zu starke Schwächen. So bestanden Teile der atlantikwall 2 Verbände aus "Alten" und eher"für die Front untauglichen" Soldaten die ihren Dienst erfüllen mussten. Ein Teil der Verteidigung bildeten die sog. Ostbataillone, sie bestanden aus russischen und polnischen Freiwilligen die in die Wehrmacht eingegliedert wurden. Ein deutscher General sagte dazu "Wie soll ich in Frankreich einen Krieg gegen die USA mit russischen Soldaten die für Deutschland kämpfen gewinnen?" Diese Ostbataillone kamen stark im Raum Utah Beach vor und zeigten während der Landung nur bedingten Wiederstand. Zur Zeit der Invasion bestand die 7. Armee zu mehr als einem Viertel aus Ostbataillonen. Es herrschte jedoch nicht nur Personalmangel im Westen, auch Material und Ausrüstung wurden im französischen Bereich vernachlässigt. Der Ostfeldzug benötigte große Mengen des Materials und Verbände die in Frankreich stationiert waren. In Frankreich wurden daher in jedem Bereich Kürzungen bei Material und Ausrüstung vollzogen, Treibstoff und Ausbildungsvorhaben sowie Bewaffnung wurden gekürzt. Oft kamen am Atlantikwall minderwertige oder veralterte Beutewaffen zum Einsatz da der Bedarf von feuerstarken Waffen an der Ostfront lag. In Frankreich mussten Verlegungen von Truppen und Material teilweise mit Pferdekarren durchgeführt werden da es an motorisierten Einheiten mangelte. Der Luftwaffe und Kriegsmarine sollte es nicht viel besser gehen, so waren im Mai 1944 in Frankreich noch ca. 650 Maschinen einsatzbereit (Alliierte 11.000 Flugzeuge). Die Kriegsmarine besaß zum Zeitpunkt der Invasion in Frankreich noch 3 Zerstörer und ca. 35 U-Boote die sich allerdings weit im Atlantik befanden. Der Überlegenheit der Alliierten durch Mensch und Material ist daher ein wesentlicher Faktor zum Gelingen der Invasion.