Lastensegler/Gleiter

Die Entwicklung von Gleitern auf alliierter Seite war die Folge der erfolgreichen deutschen Version eines Seglers mit der Bezeichnung DFS 230 die bereits 180px-gliderattackd-daygmenofneptuneim Mai 1940 zum Einsatz kamen. Zudem gewann der Einsatz von Luftlandeeinheiten immer mehr an Bedeutung. Der Vorteil von Lastenseglern gegenüber Landungen mit Fallschirmen war, dass die Truppen dicht beieinander landen konnte, während sie bei Fallschirmeinsätzen meist weit verstreut landeten. Zudem konnte mit den Gleitern schweres Gerät transportiert werden und noch während der Landung als Nachschub ins Zielgebiet gebracht werden. Die Gleiter wurden von anderen Transportflugzeugen wie der C-47 oder dem Halifax-Bomber mit einem Seil gezogen das mit einer Hakenkonstruktion am Gleiter befestigt war. Über dem Landungsgebiet wurde das Seil ausgeklingt und der Segler schwebte langsam in das Zielgebiet. Wie effizient und zielsicher ein Angriff durch Gleiter sein kann zeigt das Beispiel der britischen Luftlandetruppen nahe Benouville und Ranville, hier gelang es den Piloten die Gleiter nur wenige Meter von den Zielen unbemerkt zu landen und die Verteidigung in nur kurzer Zeit zu überwinden.

 

Airspeed Horsa

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Die genaue Bezeichnung dieses britischen Seglers war Airspeed AS.51 Horsa, benannt nach einem britischen Krieger aus dem 5. Jahrhundert. Der Segler konnte bis zu 25 Personen aufnehmen oder wahlweise einen Jeep oder leichte Feldartillerie. Der Gleiter bestand fast völlig aus Holz. Einen der ersten Einsätze sollte der Gleiter im November 1942 haben. Ca. 3800 Gleiter dieses Typs wurden während des Krieges gebaut, andere Quellen sprechen von bis zu 5000 Gleitern. Während des D-Day sollte der Gleiter große Bedeutung haben, so wurde der Gleiter während der Invasion von zahlreichen britischen wie auch amerikanischen Truppen genutzt. Noch in den folgenden Tagen wurden Vertsärkungen mit diesen Seglern in das Invasionsgebiet gebracht. Der Gleiter hatte eine Länge von 20,40m, eine Breite von 26,80m und eine höhe von 6,40m. Sein Leergewicht lag bei 3400Kg, voll beladen bei 6920kg. Heute lässt sich ein vollständiger Horsa-Gleiter im Museum an der Pegasus-Brücke besichtigen.

 

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Horsa-Gleiter nahe der Pegasus-Brücke.

 

Waco CG-A4

 

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Dieser amerikanische Gleiter konnte bis zu 13 Soldaten aufnehmen oder wahlweise einen Jeep oder leichte Feldartillerie. Gleich wie der englische Horsa-Gleiter bestand die Konstruktion des Gleiters ebenfalls fast vollständig aus Holz. Die Indienststellung erfolgte im Jahr 1942. 15 Produktionsstätten waren an der Herstellung des Gleiters beteiligt. So sollten bis zum Kriegsende ca. 13.900 Modelle dieses Typs gebaut werden. Der Waco-Gleiter war im Gegensatz zum Horsa-Gleiter kleiner, brauchte so aber weniger Landefläche. Der Gleiter hatte eine Lange von 14,80m, eine Breite von 25,5m und eine Höhe von 4,70m. Gleich wie der britische Horsa-Gleiter sollte der amerikanische Waco-Gleiter eine wichtige Rolle bei der Landung in der Normandie spielen. Zahlreicher Segler landeten in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 im Gebiet hinter dem Utah Beach und brachten Verstärkungen. Heute gehört ein vollständiger Waco-Gleiter zur Austellung des Museums in St.-Mere-Eglise.

 

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Waco-Gleiter in St.-Mere-Eglise.

 

General Aircraft Hamilcar

 

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Die britische General Aircraft Hamilcar war der größte alliierte Lastensegler im Zweiten Weltkrieg und absolvierte ihren Erstflug im Jahre 1942. Mit seiner Zuladungskraft von fast 8 Tonnen bildete dieser Gleiter einen wichtigen Bestandteil im Nachschub der alliierten Verbände während der Invasion. Die Konstruktion bestand fast vollständig aus Holz und hatte dennoch ein Leergewicht von fast 8,4 Tonnen. Voll beladen wog der Gleiter ca. 16,4 Tonnen und musste von schweren Stirling-, Lancaster- oder Halifax-Bombern in das Zielgebiet geflogen werden. Dadurch war es sogar möglich leichte Panzer und Fahrzeuge zu transportieren. So bildeten die Hamilcar-Gleiter beispielsweise einen Bestandteil der 2. Phase der Luftlandungen am Nachmittag des 6. Juni im britischen Lutlandesektor bei Ranville. Der Hamilcar-Gleiter hatte eine Länge von 20,73m, eine Breite von 33,50 und eine Höhe von 6,17m. Spätere Versionen des Gleiters verfügten auch über zwei Motoren als Antrieb. 412 Stück dieser Gleiter sollten noch bis nach dem Ende des Krieges gebaut werden.