James H. "Pee Wee" Martin

Während den Feiertagen am 6. Juni 2011 hatten wir das große Glück den amerikanischen Veteranen James "Pee Wee" Martin in der Normandie zu treffen und mit ihm zu sprechen. James H. Martin war eine Teil des 3. Battailon/G-Company des 506. PIR der 101. Airborne Division und gehörte zu den ersten Wellen die hinter dem Utah Beach abspringen sollten. Hier eine kleine Biographie und Erinnerungen von James H. Martin und seiner Zeit während des Krieges in Europa.

Bereits im Jahre 1942 wurde Jim Martin im Camp Toccoa ein Teil des heute so berühmten 506. PIR der 101. Airborne Division und kann sich daher als james pee wee martinein Original "Toccoa Man" unter Colonel Sink nennen. Schnell erlangte Jim Martin seinen Spitznamen "Pee Wee" da er in seinem Regiment zu den schmächtigsten Männer zählen sollte. Nachdem James Martin seine Ausbildung in Camp Toccoa beendet hatte wurde das 506. Regiment zum weiteren Sprungtraining nach Ft. Benning verlegt und später von dort aus zur weiteren Ausbildung nach Camp Mackall verlegt. Im Laufe der Planung der Invasion und dem Sturm auf die "Festung Europa" wurde Jim Martin und seine Einheit mit der "HMS Samaria" bereits im September 1943 Nach England verlegt. Die G-Company wurde in Ramsbury stationiert und beendete dort das Training in Erwartung auf die Invasion. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 überquerte Jim Martin den Ärmelkanal in Richtung französische Küste. "An uns wurden Pillen gegen Übelkeit ausgegeben, ich nahm jedoch keine da ich nie Probleme damit hatte." "Einige der Jungs schliefen im Flugzeug während wir in der Luft waren." Nach wenigen Stunden erreichte die C-47 die französische Küste. "Ich konnte das Flak-Feuer sehen wie es in den Himmel stieg, jedoch wurde unser Flugzeug nicht getroffen. Ich konnte auch nicht erkennen das es ein anderes Flugzeug erwischt hatte." "Ganz so dramatisch wie in der Serie Band-of-Brothers habe ich den Anflug nicht in Erinnerung, in der Serie sind mir sogar einige kleine Fehler aufgefallen aber das ist egal. Ich kann sagen das wir uns damals nicht ganz soviel geschworen haben und auch nicht so gebrüllt haben wie die Darsteller." Jim Martin sprang in der Nacht zum 6. Juni 1944 um 0:30Uhr mit seiner G-Company über der Normandie ab und landete nahe Saint-Come-du-Mont hinter dem Utah Beach. "Wir wussten das es gefährlich werden würde und wir kannten den Gegner und wussten das er stark ist, aber wir aktzeptierten das alles." "Ich klammerte mih während des Sprung an meinen 60mm Mörser den ich bei mir trug und konnte damit ohne Probleme landen." "Alles war sehr unübersichtlich, aber ich kann mich nicht erinnern das ich meinen "Cricket" benutzt habe." James "Pee Wee" Martin kämpfte 33 Tage in der Normandie und war unteranderem an der Befreiung und den Kämpfen von Carentan und dem deutschen Fallschirmjäger Regiment 6 beteiligt. "Wir wollten keine Helden sein, wir fühlten uns auch nicht so, wir wurden einfach nur hart dafür trainiert." Später wurde Jim Martin mit der 101. Airboren Division im Juli 1944 wieder nach England verschifft wurde. "Helden sind für mich Menschen die etwas Großartiges leisten, unerwartet und ohne Training. Das sind Helden. Ich wollte nie einer sein und bin auch keiner." Im Rahmen der "Operation Market Garden" landete James Martin am 17. September nahe der Stadt Son in Holland. Seine Company kämpfte während am "Hell''s Highway" ehe seine Company james pee wee martin 3nach mehr als 60 Tagen schwerer Kämpfe in Holland dann im November nach Mourmelon in Frankreich verlegt. Am 16. Dezember begann dann die von den Deutschen gestartete "Ardennen Offensive", auch bekannt als "Battle of Bulge". Jim Martin und die 101. Airborne Division wurde in diesem Zuge nach Bastogne verlegt und verteidigte die nahe gelenden Wälder mit dem Namen "Bois Jacques". Jim Martin und seine Kameraden erlebten bei der Verteidigung Bastognes die härtesten Kämpfe und Winter im Kampf um West-Europa. "Der Winter war hart und die Deutschen uns zahlemmäßig weit überlegen." Im April 1945 beendete Jim Martin den Krieg mit der Einnahme von Berchtesgarden und Hitlers Berghof. Jim Martin verließ Europa im September 1945 und wurde von Marseille aus in seine Heimat verschifft. Dort heiratete Jim Martin seine Ehefrau Donna und ließ sich in Ohio nieder. Nach 67 Jahren kehrte James Martin, in Begleitung seines Freundes und Geschichtslehrer Doug Barber, das erste Mal wieder an die Orte aus der damaligen Zeit und in die Normandie zurück. "Ich werde oft nach der E-Co. gefragt, ich kann nur soviel sagen, alle Fallschirmjäger die Toccoa erlebten, Mackall, Benning, die Überfahrt nach England auf einem überfüllten Truppentransporter, die Güte des englischen Volkes, der Sprung in der Normandie am D-Day, die Kämpfe in Holland, der Schrecken von Bastogne und die Schönheit von Süddeutschland und Österreich am Ende des Krieges, haben wir alle gemeinsam erlebt. "Es ist wichtig das man über die Vergangenheit spricht und über das was passiert ist." "Während des Krieges standen 16 Millionen Menschen im Kriegsdienst der USA. Heute leben noch etwa 2 Millionen, täglich sterben etwa 1100 Veteranen. In einigen Jahren wird es keinen mehr geben der erzählen kann, es wird nur noch Film-Material geben. Es ist wichtig das unsere Geschichte, in unseren Worten festgehalten wird, auch die der Deutschen! Das ist einer der Gründe warum ich nach 67 Jahren wieder in die Normandie kommen wollte."

 

James "Pee Wee" Martin auf dem amerikanishen Soldatenfridhof in Colleville-sur-Mer. "Viele Kameraden von mir liegen hier begraben, es ist gut das man sich heute hier als Freunde begegnen kann."

james pee wee martin 2

 

 

 

 

 

 

 

 

Jim Martin, hier 2011 in der Normandie, vereint mit dem Gegner aus der damaligen Zeit. "Es war das erste Mal das ich Männer und Veteranen des Fallschirmjäger Regiment 6 nach 67 Jahren getroffen habe, das waren damals harte Kerle. Irgendwo verbindet es uns heute und damals das wir alle Fallschirmjäger waren."

pee wee martin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Best wishes and blue skies to Jim Martin.